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Dienstag, 31. Mai 2016

Das kleine Turmreliquiar aus Darmstadt Teil 1

Das kleine Turmreliquiar aus Darmstadt Inventar Nr Kg 54:228 ist die Vorlage für mein nächstes Projekt. Es ist ein weiteres Stück, das der großen Kölner Beinschnitzerwerkstatt zugeschrieben wird.

Dieses Stück ist Teil der Dauerausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, das viele weitere wunderschöne Bein und Elfenbeinarbeiten beherbergt, und nicht nur deshalb einen ausgedehnten Besuch wert ist. Das Kästchen ist mit Plättchen aus Knochen bedeckt, es lässt sich öffnen und ist innen Hohl. Ursprünglich war das Holz komplett bedeckt. Der runde Teil der Dose ist mit Kreidegrund und Blattgold bedeckt, vor dem die Figuren und Säulen stehen. Unten drunter ist ein Blech mit Braunfirnis Muster angebracht, die Bronzefüsse und der Deckelknauf waren vergoldet. Innen ist die Dose mit roter Farbe ausgemalt. Die Plättchen waren teils mit Gold und farbigen Wachspasten verziert.


mit freundlicher Erlaubnis des Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Die Grundlage ist eine Dose aus Holz. Was im 12ten Jahrhundert ganz lässig und in vermutlich großer Stückzahl gedrechselt wurde, ist heute eine schwer zu beschaffende Einzelanfertigung. Meine Dose ist auch diesmal eine Arbeit von Tischlermeister U. Griwahn der die Dose ganz nahe nach der Vorlage gearbeitet hat. Danke schön Ulf, ohne Deine Vorarbeit hätte ich dieses Projekt nicht angehen können, herzlichen Dank das Du die Bilder der Originale mit mir nach Holzunterbauten durch gesehen hast.


die Tasse dient dem Größenvergleich
Da im Darmstädter Museum das Fotografieren ohne Blitz gestattet ist, hatte ich Gelegenheit, das Kästchen aus fast allen Lagen zu fotografieren. Da wo die eigene Kamera nicht hin gekommen ist, gibt es ausreichend Literatur, bei fehlenden Details wie z.B. dem Kopf von Matthäus gibt es Vergleichsstücke in anderen Museen, so das diesmal keine Frage offen bleibt.

Begonnen habe ich mit den kleinen Relief Plättchen am oberen Dosenrand. Sie erscheinen mir von den drei Mustern am Schwierigsten. Da ich dieses Projekt am 17.-19. Jun, bei den Mindener Zeitinseln vorstellen und zeigen möchte, wollte ich diese Arbeit, Daheim im Stillen vorbereiten. 
Die Schnitzereien sind filigran, aber das Passgenaue aneinander fügen stellt sich als die größere Herausforderung heraus. Zum Glück hilft mir mein Mann beim Gerungen feilen und Passgenauen zusammenfügen. Diese Reihe Plättchen wird später mit farbigem Wachs und Gold verziert, sie sind der farbigste Teil des Kästchens.





Fortsetzung folgt


Literatur:


Kölner Schatzbaukasten
Die Grosse Kölner Beinschnitzwerkstatt des 12. Jahrhundert
Verlag: Verlag Philipp von Zabern 1997
ISBN-13: 9783805324205
ISBN-10: 3805324200

Die mittelalterlichen Elfenbeinarbeiten des Hessischen Landesmuseums Darmstadt
Theo Jülich  
Herausgeber: Hessische Landesmuseum Darmstadt
ISBN: 978-3-7954-2023-9
 



1 Kommentar:

  1. hallo,
    sehr schönes Projekt, ich wünschte ich könnte so gut mit Bein umgehen, das ist echt bewundernswert! Ich bin ser gespannt auf die fortsetzung!
    lg,
    Singa

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